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Mindestlohn: Ausnahmen für Flüchtlinge geplant


Pflichtpraktikum statt Arbeitsplatz: Die Bundesregierung plant für Flüchtlinge und Zuwanderer Ausnahmen vom Mindestlohn. In der Zeit einer Nachqualifizierung für die Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses sollen sie als Praktikanten gelten. Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

 

 

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

 

 

Zum ersten Januar 2017 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro auf 8,84 Euro. Doch es gibt Ausnahmen und so müssen Arbeitgeber unter anderem Azubis, Langzeitarbeitslosen und Praktikanten keinen Mindestlohn bezahlen. Künftig sollen diese Ausnahmen erweitert werden.

 

Nachqualifizierung im Rahmen eines Praktikums

Die Bundesregierung plant einem Online-Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge, dass Flüchtlinge und Zuwanderer dann keinen Mindestlohn bekommen müssen, wenn sie sich zur Anerkennung ihres ausländischen Berufsabschlusses als Angestellte eines Betriebs nachqualifizieren. Das geht aus einem gemeinsamen Papier des Arbeits-, Finanz- und Bildungsministeriums hervor.

Demnach sollen diejenigen, die in ihrem Ausbildungsberuf noch praktische Kenntnisse erwerben müssen, damit der ausländische Abschluss als gleichwertig gilt, offiziell als Pflichtpraktikanten eingestuft werden. Für Praktikanten gilt bislang dann kein Mindestlohn, wenn sie ein freiwilliges Praktikum von bis zu drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die ­Aufnahme eines Studiums absolvieren.

 

Mindestlohn: Ausnahmen in der Kritik

Dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge soll statt des Mindestlohns eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden. Das schlagen die Ministerien in dem Arbeitspapier vor, das sich jedoch noch in der Abstimmung befindet.

Dennoch gibt es schon Reaktionen auf die Vorschläge. So sei die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) genauso wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gegen die Pläne. Beide haben jedoch unterschiedliche Kritikpunkte. Die BDA möchte grundsätzlich mehr Ausnahmen für Einheimische und Zuwanderer, wenn diese auch längere Praktika zur Berufsfindung absolvieren. Der DGB warnt dagegen vor neuen Ausnahmen beim Mindestlohn und davor, dass Flüchtlinge, die sich mit ihren Rechten noch nicht auskennen, als billige Arbeitskräfte ausgenutzt würden. dpa/dhz

 


Quelle: Deutsche Handwerkszeitung vom 02.01.2017




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